Zinsprognosen 2020: Was führende Experten erwarten

"Im Euroraum sprechen rückläufige Wachstumsprognosen, eine nur um 1% schwankende Kerninflation sowie das Drängen der Südländer auf eine lockere Geldpolitik auf eine lockere Geldpolitik für eine weitere Zinssenkung der EZB", sagt die Commerzbank. Sie rechnet mit einem noch tieferen Bundesanleihen-Zins, was neue Rekordtiefs der Bauzinsen zur Folge hätte.

Aktuell steht der Zins auf 10-jährige Bundesanleihen* auf einem Allzeittief bei -0,31%. Anfang 2019 war der Zins er noch im positiven Terrain bei 0,18%. Der Zinsrückgang führt führt dazu, dass Immobilienkredite immer günstiger werden. "Für zehnjährige Darlehen sind aktuell Bestkonditionen von unter einem Prozent möglich", zitiert das Wirtschaftsmagazin Mirjam Mohr, Vorstandschefin des Finanzdienstleisters Interhyp.

Gemäß den Zinsprognosen der Commerzbank wird der Zins auf die Zehnjährigen bis Ende 2020 auf -0,40% sinken. Danach rechnet das Geldhaus mit einer leichten Aufwärtsbewegung auf -0,25% bis März 2020, -0,10% bis Juni 2020 und schließlich +0,10% bis September 2020. Wer einen Baufinanzierung neu aufnehmen will oder aber eine Anschlussfinanzierung benötigt oder sich die die niedrigen Zinsen per Forward Darlehen festschreiben lassen will, der müsste, so er denn den Zinsprognosen der Commerzbank vertraut, im 4. Quartal 2019 zur Tat schreiten.

Die Bayerische Landesbank rechnet sogar bis Ende 2019 mit einem Absinkend des Bundesanleihen-Zinses auf -0,50%. Auch sie geht davon aus, dass damit das Ende der Fahnenstange erreicht ist und prognostiziert für Mitte 2020 einen Satz von -0,20%. Weil die EZB keinen Anlauf für eine Normalisierung der Geldpolitik unternehmen dürfte, "sollte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen "bis weit in das nächste Jahr im negativen Terrain verharren, sagt die Deka Bank.

*Statt Zins auf zehnjährige Bundesanleihen wird oft auch das Wort Rendite verwendet, was etwas irreführend sein kann, denn hiermit wird der Blickwinkel aus der Sicht der Anleger/Fondsgesellschaften eingenommen.