Schuldner freuen sich zunächst einmal über diese Hammernachricht: Der in drei Monaten aus dem Amt scheidende Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, will nachlegen. Neben noch negativeren Leitzinsen beabsichtige der Italiener auf den letzten Drücker in seiner Amtszeit den Erwerb von Staatsanleihen wieder aufzunehmen, berichtet der "Spiegel".
Wer von seiner Bank einen Hypothekenkredit bewilligt bekommt, hat eine gute Bonität. In der Regel sind Ersparnisse vorhanden und betriebliche sowie private Altersvorsorge betrieben. In einer Welt ohne Zinsen muss er oder sie daher stärker sparen und mehr Geld zur Seite legen als das in früheren Jahrzehnten der Fall war.
Ein heutiger Immobilienkäufer, der sich rekordtiefe Zinsen sichert, aber wegen den rasant gestiegenen Immobilienpreisen tief in die Tasche greifen muss. Oder ist ein Kreditnehmer, der vor zehn Jahren zu niedrigen Immobilienpreisen aber seinerzeit vergleichsweise hohen Zinsen finanzierte, im Vorteil?
Beispiel 1: Niedriger Wohnimmobilienpreis, hoher Zins:
Beispiel 2: Hoher Wohnimmobilienpreis, niedriger Zins:
Ergebnis:
Ein Kreditnehmer, der heute rekordtiefe Zinsen zahlt, steht nicht besser da, als ein Kreditnehmer, der vor zehn Jahren zu deutlich höheren Zinsen finanzierte. Der Stellenwert des Kaufpreises wird oft nicht ausreichend gewürdigt. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit sehr stark auf die von Rekordtief zu Rekordtief fallenden Bauzinsen.
Auch gilt es die Rolle der EZB zu hinterfragen. Denn was die Währungshüter mit ihren unzähligen Ankaufprogrammen und Leitzinssenkungen machen, hat auch Nachteile für Schuldner. So besteht die Gefahr, das Schuldner zu hohe Kaufpreise bezahlen. Sie können in Schwierigkeiten geraten, sollte sich die Konjunkturabkühlung festsetzen und eine längere Phase mit sinkenden Reallöhnen und steigender Arbeitslosigkeit anbrechen.
Wer von seiner Bank einen Hypothekenkredit bewilligt bekommt, hat eine gute Bonität. In der Regel sind Ersparnisse vorhanden und betriebliche sowie private Altersvorsorge betrieben. In einer Welt ohne Zinsen muss er oder sie daher stärker sparen und mehr Geld zur Seite legen als das in früheren Jahrzehnten der Fall war.
Wer steht finanziell besser da?
Ein heutiger Immobilienkäufer, der sich rekordtiefe Zinsen sichert, aber wegen den rasant gestiegenen Immobilienpreisen tief in die Tasche greifen muss. Oder ist ein Kreditnehmer, der vor zehn Jahren zu niedrigen Immobilienpreisen aber seinerzeit vergleichsweise hohen Zinsen finanzierte, im Vorteil?
Beispiel 1: Niedriger Wohnimmobilienpreis, hoher Zins:
- Kreditnehmer A leiht sich im Jahr 2009 für den Immobilienerwerb bei seiner Bank 200.000 Euro.
- Er vereinbart eine Kreditlaufzeit von 20 Jahren zu einem fixen Jahreszins von 4%.
- Die monatliche, konstante Rückzahlungsrate, die Tilgung und Zins beinhaltet, beträgt 1.000 Euro.
Beispiel 2: Hoher Wohnimmobilienpreis, niedriger Zins:
- Kreditnehmer B leiht sich im Jahr 2019 für den Immobilienerwerb bei seiner Bank 260.000 Euro.
- Er vereinbart mit seiner Bank eine Kreditlaufzeit von 20 Jahren zu einem fixen Jahreszins von 1,6%.
- Die monatliche, konstante Rückzahlungsrate, die Tilgung und Zins beinhaltet, beträgt 1.000 Euro.
Ergebnis:
Ein Kreditnehmer, der heute rekordtiefe Zinsen zahlt, steht nicht besser da, als ein Kreditnehmer, der vor zehn Jahren zu deutlich höheren Zinsen finanzierte. Der Stellenwert des Kaufpreises wird oft nicht ausreichend gewürdigt. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit sehr stark auf die von Rekordtief zu Rekordtief fallenden Bauzinsen.
Auch gilt es die Rolle der EZB zu hinterfragen. Denn was die Währungshüter mit ihren unzähligen Ankaufprogrammen und Leitzinssenkungen machen, hat auch Nachteile für Schuldner. So besteht die Gefahr, das Schuldner zu hohe Kaufpreise bezahlen. Sie können in Schwierigkeiten geraten, sollte sich die Konjunkturabkühlung festsetzen und eine längere Phase mit sinkenden Reallöhnen und steigender Arbeitslosigkeit anbrechen.
