Frage: Wenn das hochverschuldete Italien an der Kreditaufnahme verdient, warum sollen Immobilienkäufer für Hypothekenkredite noch Zinsen bezahlen? Antwort: Damit die wegen ihren hohen Kosten im internationalen Vergleich weit abgeschlagenen deutschen Banken überhaupt noch etwas verdienen. Für private Haushalte wird es also keine negativen Zinsen geben. Bei Staaten sieht das anders aus.
Der Zins auf 2-jährige italienische Staatsanleihen sank gerade auf -0,06%. Deutschland verdient schon seit Jahren an negativen Zinsen. Auch das ist angesichts der Zahlungsversprechen, die der deutsche Staat allein für Rentenversicherung abgegeben hat, nicht nachvollziehbar. Die Gefahr, ein letzter Falke unter den Notenbanker könnte den Zinsspieß umdreht, ist mit der Berufung der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde zur EZB-Chefin vom Tisch.
Lagarde gilt als große Freundin der so genannten unkonventionellen Geldpolitik, also des Ankaufs von Staatsanleihen, negativer Leitzinsen, Langfristkrediten für Banken. Und so stehen die Chancen gut, dass die Französin das von EZB selbst gesteckten Limit, nur 33% der Schulden der Euroländer zu übernehmen, auf 50% erhöht. Dadurch würden die Währungshüter ihren Bestand an Staatsanleihen massiv aufstocken und die Zinsen noch tiefer drücken.
Das einzige, was die Zinsen hochtreiben könnte, wäre ein Inflationsschub, so wie es ihn in Deutschland letztes Mal nach der Wiedervereinigung gab. Die damalige Regierung hat mit dem Umtausch D-Mark zur Ostmark 1 zu 1 etwas gemacht, wovon vielen EZB-Ratsmitgliedern aus dem Süden der Eurozone ganz warm ums Herz wird: Das Helikoptergeld. Man druckt Geld und wirft es quasi mit dem Hubschrauber über der Bevölkerung ab. Der scheidende EZB-Chef Mario Draghi hat das Helikoptergeld bereits als interessant bezeichnet.
Gibt es mehr Inflation (Geldentwertung), dann ist das natürlich gut für die, die Schulden haben. Lagarde wird die Zinsen tief halten, auch um Italien, dem in letzten acht Jahren von Mario Draghi ständig unter die Arme gegriffen wurde, für weitere acht Jahre durchzubringen. Das Stiefelland kommt ohne von der EZB runtermanipulierte Zinsen nicht mehr über die Runden. Französische Banken sind die mit Abstand größten Gläubiger Italiens. Lagarde wird daher im Zweifel immer Italien helfen.
Zum Nulltarif gibt es das alles freilich nicht: Der Euro wird sich weiter abschwächen, wenn Lagarde den Ankauf von Staatsanleihen mit Geld aus der Notenpresse reaktiviert. Gegenüber dem US-Dollar ist sein Abwertungspotenzial wegen des hohen US-Schuldenbergs begrenzt. Aber gegen Währungen wie den Schweizer Franken oder der Tschechischen Krone wird die Gemeinschaftswährung einen ganz schweren Stand haben.
Der Zins auf 2-jährige italienische Staatsanleihen sank gerade auf -0,06%. Deutschland verdient schon seit Jahren an negativen Zinsen. Auch das ist angesichts der Zahlungsversprechen, die der deutsche Staat allein für Rentenversicherung abgegeben hat, nicht nachvollziehbar. Die Gefahr, ein letzter Falke unter den Notenbanker könnte den Zinsspieß umdreht, ist mit der Berufung der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde zur EZB-Chefin vom Tisch.
Lagarde gilt als große Freundin der so genannten unkonventionellen Geldpolitik, also des Ankaufs von Staatsanleihen, negativer Leitzinsen, Langfristkrediten für Banken. Und so stehen die Chancen gut, dass die Französin das von EZB selbst gesteckten Limit, nur 33% der Schulden der Euroländer zu übernehmen, auf 50% erhöht. Dadurch würden die Währungshüter ihren Bestand an Staatsanleihen massiv aufstocken und die Zinsen noch tiefer drücken.
Das einzige, was die Zinsen hochtreiben könnte, wäre ein Inflationsschub, so wie es ihn in Deutschland letztes Mal nach der Wiedervereinigung gab. Die damalige Regierung hat mit dem Umtausch D-Mark zur Ostmark 1 zu 1 etwas gemacht, wovon vielen EZB-Ratsmitgliedern aus dem Süden der Eurozone ganz warm ums Herz wird: Das Helikoptergeld. Man druckt Geld und wirft es quasi mit dem Hubschrauber über der Bevölkerung ab. Der scheidende EZB-Chef Mario Draghi hat das Helikoptergeld bereits als interessant bezeichnet.
Gibt es mehr Inflation (Geldentwertung), dann ist das natürlich gut für die, die Schulden haben. Lagarde wird die Zinsen tief halten, auch um Italien, dem in letzten acht Jahren von Mario Draghi ständig unter die Arme gegriffen wurde, für weitere acht Jahre durchzubringen. Das Stiefelland kommt ohne von der EZB runtermanipulierte Zinsen nicht mehr über die Runden. Französische Banken sind die mit Abstand größten Gläubiger Italiens. Lagarde wird daher im Zweifel immer Italien helfen.
Zum Nulltarif gibt es das alles freilich nicht: Der Euro wird sich weiter abschwächen, wenn Lagarde den Ankauf von Staatsanleihen mit Geld aus der Notenpresse reaktiviert. Gegenüber dem US-Dollar ist sein Abwertungspotenzial wegen des hohen US-Schuldenbergs begrenzt. Aber gegen Währungen wie den Schweizer Franken oder der Tschechischen Krone wird die Gemeinschaftswährung einen ganz schweren Stand haben.
